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Aktivitätslevel von Pflegekräften während und nach der COVID-19-Pandemie

Eine systematische Überprüfung der körperlichen Aktivität von Pflegekräften während und nach der COVID-19-Pandemie zeigt besorgniserregende Trends und Herausforderungen auf.

Von Sophie Becker14. Juni 20263 Min Lesezeit

Eine kleine, gedämpfte Station im Krankenhaus, das leise Piepen der Monitore ist der einzige Klang, der die gespannten Gesichter der Pflegekräfte unterbricht. Einige sind erschöpft, andere heiter, aber alle sind sie in ihren Gedanken gefangen. Plötzlich erinnert sich eine Krankenschwester an die 15 Minuten, die sie nach ihrem Schichtwechsel für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft hatte, bevor sie sich wieder in den hektischen Alltag stürzen musste. Diese kurzen Intervalle der körperlichen Aktivität scheinen in der Pandemie noch kostbarer geworden zu sein. Doch wie steht es tatsächlich um die körperliche Aktivität von Pflegekräften während und nach der COVID-19-Pandemie?

Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, wird klar, dass die Pandemie nicht nur die Gesundheitsversorgung belastet hat, sondern auch die physischen und psychischen Belastungen für Pflegekräfte erheblich erhöht hat. Eine systematische Überprüfung der verfügbaren Studien zeigt, dass viele Pflegekräfte in dieser Zeit unter einem signifikanten Rückgang ihrer körperlichen Aktivität litten. Dabei ist es besorgniserregend, dass gerade diese Berufsgruppe, die für die Gesundheit anderer verantwortlich ist, selbst dem Risiko von Bewegungsmangel und dessen Folgen ausgesetzt ist.

Der Einfluss der Pandemie auf die körperliche Aktivität

In zahlreichen Untersuchungen wird deutlich, dass die COVID-19-Pandemie nicht nur die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte verändert hat, sondern auch deren Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung. Die Schichtarbeit wurde komplizierter, Pausen waren oft nicht möglich oder stark verkürzt. Zudem kam der psychische Stress hinzu, der oft dazu führte, dass Pflegekräfte in ihrer Freizeit weniger aktiv waren. Schockierende Zahlen zeigen, dass viele Pflegekräfte im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie deutlich weniger Bewegung hatten. Aber was ist mit den physischen Konsequenzen dieser Veränderungen? Der Anstieg von Rückenschmerzen, Ermüdung und anderen gesundheitlichen Beschwerden könnte alarmierende Hinweise darauf geben.

Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist: Was passiert mit den Pflegekräften, die bereits vor der Pandemie an der Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit standen? Der Druck, sowohl kommerzielle als auch individuelle Erwartungen zu erfüllen, lässt sich in dieser Zeit kaum aufrechterhalten. Und während einige Länder versuchen, durch Programme zur Gesundheitsförderung gegenzusteuern, bleibt die Frage der Umsetzbarkeit dieser Programme bestehen. Haben die Pflegekräfte überhaupt die Zeit und Energie, um an solchen Initiativen teilzunehmen?

Wiederherstellung der körperlichen Aktivität nach der Pandemie

Nach dem Höhepunkt der Krise scheinen einige Pflegekräfte versucht zu sein, in ihren Alltag mehr Bewegung zu integrieren. Doch die Rückkehr zur "Normalität" ist kompliziert. Viele Pfleger haben Schwierigkeiten, wieder einen ausgeglichenen Lebensstil zu finden. Ein Bericht über eine Befragung unter Pflegekräften nach der Pandemie zeigt, dass diese überwiegend an einer erhöhten Belastung durch die Arbeit litten, was ihnen die Rückkehr zu aktivitätsfreundlicheren Routinen erschwert hat. Es bleibt unklar, ob die Unterstützungssysteme, die eingerichtet wurden, um das Wohlbefinden zu steigern, tatsächlich die gewünschten Effekte zeigen oder ob sie einfach eine kurzfristige Lösung darstellen.

Die gesellschaftlichen Erwartungen haben sich ebenfalls verändert. Es gibt zwar einen wachsenden Druck auf Pflegekräfte, aktiv zu bleiben und ihre eigene Gesundheit zu fördern, jedoch stellt sich die Frage: Wer ist dafür verantwortlich, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen? Liegt die Verantwortung auf Seiten der Gesundheitsorganisationen, der Pflegekräfte selbst oder der Gesellschaft insgesamt? Die Ungewissheit über diese Fragen führt zu einem Teufelskreis, in dem die Pflegekräfte sich weiterhin zwischen persönlichem Wohlbefinden und beruflichen Anforderungen hin- und hergerissen fühlen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen, denen Pflegekräfte gegenüberstehen, sind vielfältig und komplex. Die Fragen über körperliche Aktivität während und nach der COVID-19-Pandemie erfordern eine tiefere Analyse. Es bleibt zu klären, wie wir ein System schaffen, das Pflegekräfte unterstützt, anstatt sie weiter zu belasten. Die Einsicht, dass körperliche Aktivität nicht nur für die Gesundheit der Pflegekräfte, sondern auch für die gesamte Patientensicherheit von Bedeutung ist, sollte nicht ignoriert werden. Doch wird genug getan, um zu verhindern, dass die nächste Welle von gesundheitlichen Beschwerden die Pflegekräfte überrollt?

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